Mit Glasfaser zur Gigabit-Region

Breitband wird zu einem entscheidenden Standortfaktor

Das alte Telefonnetz hat seine besten Zeiten hinter sich. Zukünftige Anwendungen benötigen hohe Bandbreiten, minimale Übertragungsverzögerungen sowie eine robuste Signalübermittlung. Dafür muss Glasfaser in die Gebäude verlegt werden. Sie wird auch notwendig sein, um mit der technischen Entwicklung im Mobilfunk Schritt halten zu können – Stichwort 5G.

« Glasfaser ist das Übertragungsmedium der digitalen Zukunft und sichert langfristig die benötigten Breitbandreserven. »
Alexander Dehm,operativer Geschäftsführer ZweckverbandBreitbandausbau

Immer mehr Menschen streamen Videos über das Internet, die florierende Gaming-Branche benötigt Datenübertragungen in Echtzeit und die Industrie 4.0 braucht robuste Verbindungen, damit keine Daten verloren gehen. Zudem hat die Coronakrise gezeigt, wie wichtig stabile Breitbandnetze für Homeoffice und Homeschooling sind. Zukünftige Anwendungen wie Smart Farming oder autonomes Fahren werden ebenfalls nur umsetzbar sein, wenn die Telekommunikationsnetze die steigende Datenlast händeln können.

Breitband Böblingen

Mit all dem sind die auf Kupferdraht basierenden Netze jedoch perspektivisch überfordert. „Glasfaser ist das Übertragungsmedium der digitalen Zukunft und sichert langfristig die benötigten Breitbandreserven“, erklärt Alexander Dehm, operativer Geschäftsführer des Zweckverbands Breitbandausbau, dem 24 der 26 Kommunen im Landkreis Böblingen beigetreten sind, um den flächendeckenden Glasfaserausbau voranzutreiben. Der Zweckverband selbst ist Gesellschafter der Gigabit Region Stuttgart GmbH (GRS), deren stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender Landrat Roland Bernhard ist. Zusammen mit der Deutschen Telekom hat sich die GRS zum Ziel gesetzt, die Region flächendeckend mit Glasfaser auszubauen. Neben der Landeshauptstadt und dem Landkreis Böblingen gehören auch die Landkreise Esslingen, Göppingen, Ludwigsburg und Rems-Murr, mit insgesamt 179 Kommunen, zur Gigabit Region Stuttgart. Bis Ende 2025 sollen alle Unternehmen in kommunalen Gewerbegebieten sowie die Hälfte der Bevölkerung einen Glasfaseranschluss erhalten. Bis 2030 sollen dann 90 Prozent der privaten Haushalte versorgt sein.

Voraussetzung für 5G

„Leistungsfähige Glasfaserleitungen bis in jedes Haus und jeden Betrieb werden künftig noch mehr zum entscheidenden Standortfaktor für die Attraktivität einer Region werden“, ist Landrat Bernhard überzeugt. In seinem Kreis fiel der Startschuss in Weil der Stadt. Hier verlegte die Telekom rund 125 Kilometer Glasfaser und stellte 62 neue Netzverteiler auf, um die 1.750 Haushalte, die sich im Vorfeld für einen Glasfaseranschluss entschieden haben, zu erreichen. Anfang des Jahres begann die Vorvermarktung in Leonberg. Mit dem Glasfaserausbau legt der Landkreis auch die Grundlage für die Einführung der fünften Mobilfunkgeneration 5G. Neben den Mobilfunkmasten müssen auch kompaktere Funkzellen für kleinere Bereiche, die sogenannten Small Cells, flächendeckend mit Glasfaser erschlossen werden, damit die entsprechenden Datenraten auch mobil zur Verfügung stehen.

Aktuelle Meldungen des Landkreises