Ein Netzwerk für alle, um die digitale Zukunft zu gestalten

Offener Funkstandard ermöglicht smarte Anwendungen

Ein Mülleimer, der seinen Füllstand meldet, ein Parkplatz, der mitteilt, wie viele Plätze noch frei sind. Zwei von vielen Beispielen, die man mit einer Smart City verbindet und die im Landkreis Böblingen Realität werden sollen. Dafür wird für die Datenübertragung eine Funktechnologie namens LoRaWAN genutzt. In Herrenberg hat man bereits erste Erfahrungen damit gesammelt.

Digitale Zukunft in Böblingen
In Herrenberg werden mittels Sensoren die Füllstände von Mülleimern via LoRaWAN übermittelt

LoRaWAN steht für Long Range Wide Area Network. Dahinter verbirgt sich ein Funkstandard, mit dem vergleichsweise kleine Datenpakete über große Distanzen übertragen werden. Sensoren messen bestimmte Parameter. Über das LoRaWAN werden die Daten an einen Netzknoten und von dort in ein Datenportal übertragen, wo sie für IoT-Anwendungen (Internet of Things) bereitgestellt werden. „LoRaWAN ist ein offener Funkstandard, bei dem mit geringem Aufwand und niedrigem Energieverbrauch eine optimale Netzabdeckung und störungsunempfindliche Signalübertragung gewährleistet wird“, erklärt Martin Wuttke, Erster Landesbeamter und Dezernent für den Bereich Bauen und Umwelt, in dem auch der Breitbandausbau angesiedelt ist. Für die Frequenzen, die bei LoRaWAN eingesetzt werden, fallen keine Lizenzgelder an und wegen der niedrigen Sendefrequenz ist zum einen die Strahlungsintensität gering und zum anderen kommen die Signale auch durch dicke Gebäudewände.

Landrat Böblingen

Der Landkreis Böblingen ist bundesweit der erste Kreis, der ein flächendeckendes LoRaWAN für die digitale Verwaltung und die Bevölkerung bereitstellen will. „Alltägliche Gegenstände lassen sich in ihrer Funktionalität steigern und die mit ihnen einhergehenden Vorgänge lassen sich durch die digitale Vernetzung vereinfachen“, erklärt Landrat Roland Bernhard.

Unter dem Stichwort „Open Region“ will Bernhard das IoT-Netzwerk allen Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung stellen, sodass auch Privatleute das LoRaWAN nutzen können.

Keine personenbezogenen Daten

Digitaler Landkreis Böblingen

Im gesamten Landkreis werden 45 Netzknoten, sogenannte Gateways, installiert. Der Sensor wählt das nächstgelegene Gateway aus und übermittelt die Daten verschlüsselt. Personenbezogene Informationen werden übrigens nicht erhoben. Gleichzeitig wird in Kooperation mit dem Herman Hollerith Zentrum, den Städten Herrenberg und Holzgerlingen und dem The Things Network Region Stuttgart kräftig an Anwendungen für die digitale Verwaltung gearbeitet. In Herrenberg funken bereits 150 LoRaWAN-Sensoren. Dank der übermittelten Temperatur- und Feuchtigkeitswerte weiß zum Beispiel die Straßenmeisterei, ob der Winterdienst ausrücken muss, oder die Stadtgärtnerei, welche Pflanzen und Bäume Wasser benötigen. Das LoRaWAN ermöglicht unzählige Anwendungen. Landrat Bernhard ruft daher jeden und jede im Kreis auf, das offene IoT-Netzwerk zu nutzen und Ideen einzubringen.

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