Smart Farming gelingt nur mit digitaler Intelligenz

Wie Landwirte von der fünften Mobilfunkgeneration profitieren

Die fünfte Mobilfunkgeneration (5G) bringt Highspeed Internet aufs Smartphone. Das mag den freuen, der auf dem Handy mal ein Video ruckelfrei streamen will. Das Potenzial von 5G ist jedoch weitaus größer, wie der Landkreis in einem Projekt zum Smart Farming demonstrieren will.

Digitale Intelligenz Böblingen
Für den Einsatz des Mobilfunkstandards 5G hat der Landkreis Böblingen Fördermittel vom Bundesverkehrsministerium bekommen

5G ermöglicht nämlich nicht nur hohe mobile Bandbreiten, sondern auch eine Datenübertragung in Echtzeit. Solche Realtime-Daten werden vor allem in der industriellen Produktion benötigt. Aber auch die Landwirtschaft braucht 5G. Auf der einen Seite haben Gesellschaft und Politik mit Blick auf ein effizientes und gleichzeitig klimaschonendes Wirtschaften hohe Erwartungen an die Agrarbranche. Auf der anderen Seite befindet sich die Landwirtschaft in einem harten globalen Wettbewerb, die Preise sind labil. „Deshalb wollen wir unsere Landwirte im Kreis unterstützen, das Potenzial der Digitalisierung noch besser zu nutzen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken“, sagt Landrat Roland Bernhard.

Landwirtschaft und Zukunft in Böblingen

Dazu entwickelt der Landkreis Böblingen in Zusammenarbeit mit der Universität Hohenheim, dem Herman Hollerith Zentrum der Hochschule Reutlingen und der Robert Bosch GmbH ein Konzept, wie 5G in der Landwirtschaft eingesetzt werden kann, um einen effizienten Umgang mit Ressourcen und eine nachhaltige Lebensmittelproduktion zu gewährleisten.

Der Schwerpunkt des Projekts mit dem Namen „Precision Farming and Smart Fertilisation“ liegt auf dem Pflanzenbau mit intelligenten Düngetechniken. Ziel ist die Verknüpfung unterschiedlicher Datenquellen in Echtzeit, damit Landwirte ebenfalls in Echtzeit erfolgskritische Umwelt- und Bodendaten erhalten.

Zuschuss vom Bund

Unter „Precision Farming“ wird das präzise Ausbringen von Dünger und Pflanzenschutzmitteln auf Datenbasis verstanden. Dafür werden Sensoren und GPS-Daten eingesetzt, um Bodeneigenschaften, Ertragsfähigkeiten und Pflanzenzustände innerhalb eines konkreten Flurstücks zu bestimmen. Als Teil des Smart Farmings werden die Daten aus dem Precision Farming mit anderen Daten zusammengeführt und ausgewertet. Dadurch basiert die Entscheidung des Landwirts für Erntezeitpunkte oder Fruchtfolgen auf Fakten anstatt auf seiner Intuition. Letztendlich soll die smarte Landwirtschaft die Ressourceneffizienz steigern und eine teilflächenspezifische und bedarfsorientierte Düngeausbringung ermöglichen. Zuletzt unterstützt sie den Landwirt auch in seinen Dokumentationspflichten zur Düngung und sichert somit die hohe Qualität landwirtschaftlicher Erzeugnisse.

Besonders erfreulich ist, dass der Landkreis vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur einen Zuschuss aus dessen 5G-Innovationsprogramm über 57.600 Euro für das Projekt „Precision Farming and Smart Fertilisation“ erhält. „5G ist wichtig, damit wir auch in Zukunft regionale Produkte in bester Qualität und zu bezahlbaren Preisen genießen können“, bringt es Landrat Bernhard auf den Punkt.

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